Einleitung

Pflegegeld ist die häufigste Leistungsart, die Pflegebedürftige bei den Pflegekassen beantragen und auch entsprechend erhalten. Ende 2017 haben 68 % aller Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld ausschließlich Pflegegeld erhalten, also keine Dienstleistungen eines Pflegedienstes beansprucht.

In welcher Höhe Pflegebedürftige Pflegegeld erhalten, hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab. Betroffene mit einem Pflegegrad 1 erhalten gar kein Pflegegeld. Ab Pflegegrad 2 haben Pflegebedürftige gestaffelte Ansprüche.

Wie viel Pflegegeld gibt es seit 2017?

Das Pflegegeld, bzw. die Höhe des Pflegegeldes wurde zuletzt zum Jahreswechsel 2016/2017 erhöht. Mit Einführung der Pflegegrade und Ablösung der bis dahin bestehenden Pflegestufen wurde das Pflegegeld auf monatlich

festgelegt. Auf welches Konto das Pflegegeld der Pflegekasse ausgezahlt wird, teilen die Betroffenen der Pflegekasse im Pflegeantrag mit.

Höhe des Pflegegeldes (Tabelle)

Stufe der Pflegebedürftigkeit Pflegegeld
Pflegegrad 1 0 Euro (kein Anspruch auf Pflegegeld!)
Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegrad 3 545 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro

Voraussetzungen für den Erhalt von Pflegegeld

Damit Pflegebedürftige überhaupt Pflegegeld erhalten, muss zuerst ein Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegeantrag) gestellt werden. Dazu reicht ein Anruf bei der zuständigen Pflegekasse der Krankenkasse. Alternativ gibt es inzwischen bei fast allen Pflegekassen einen entsprechenden Antrag zum Download.

Die nachfolgende Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder den Gutachterdienst der privaten Pflegeversicherer (MEDICPROOF) muss im Formulargutachten mindestens den Pflegegrad 2 ergeben, bzw. der daraus resultierende Bescheid der Pflegekasse muss den Pflegegrad 2 oder höher genehmigen.

Pflegebedürftige Personen, die lediglich einen Pflegegrad 1 erhalten, haben keinen Anspruch auf Auszahlung von Pflegegeld. In dem Fall lohnt sich die unabhängige Bewertung des vorliegenden Gutachtens durch einen unserer Sachverständigen (w/m).

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Höhe des Pflegegeldes (Diagramm)

Pflegegeld als Leistungsart der Pflegekassen

Pflegegeld ist eine der drei Leistungsarten bei der Pflege im häuslichen Umfeld. Ende 2017 waren in Deutschland 3.414.378 Menschen pflegebedürftig. Davon wurden 2.594.862 Personen zuhause gepflegt. Von den Pflegebedürftigen, die meistens von pflegenden Angehörigen gepflegt werden, erhielten rund 2 Millionen Versicherte Pflegegeld. Entweder ausschliesslich Pflegegeld ( 1.764.904 Personen) oder anteilig als Kombinationsleistung.

Pflegegeld ist immer dann „die richtige Wahl“, wenn (noch) kein Pflegedienst notwendig ist und die Pflege in den eigenen vier Wänden durch Privatpersonen aus dem direkten Umfeld (pflegende Angehörige) gewährleistet ist.

Da es keine gesetzliche Bestimmung oder klar definierte Regel gibt wie Pflegebedürftige das Pflegegeld verwenden, kann davon z. B. auch ein Teil der Kosten einer 24-Stunden-Pflegekraft beglichen werden.

Falls es zukünftig einmal notwendig werden sollte, können Sie jederzeit der Pflegekasse mitteilen dass Sie kein Pflegegeld mehr, sondern Sachleistungen oder Kombinationsleistungen wünschen.

Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI bei Bezug von Pflegegeld

Da bei Bezug von Pflegegeld im Normalfall keine professionelle Pflegekraft (z. B. durch einen Pflegediensteinsatz) den Zustand der pflegebedürftigen Person dokumentiert, müssen nach dem nachfolgenden Schema Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI wahrgenommen werden.

Dabei gelten die nachfolgenden Termine für den Beratungseinsatz (Pflegegeld)

  • Pflegegrad 1 und Pflegegrad 2 einmal halbjährlich
  • Pflegegrad 3 und Pflegegrad 4 einmal vierteljährlich

Sie müssen sich also rechtzeitig um einen Pflegedienst kümmern und frühzeitig (Pflegedienste sind meistens sehr ausgebucht) einen Termin vereinbaren. Die Kosten dieser Beratungseinsätze werden Ihnen nicht vom Pflegegeld abgezogen. Die Kosten werden zusätzlich von der Pflegekasse übernommen. Der beauftragte Pflegedienst rechnet diese Kosten (pauschal) direkt mit der Pflegekasse ab.

Der Beratungseinsatz dient der Verbesserung und Sicherstellung der häuslichen Pflege die durch private Pflegepersonen durchgeführt wird. Gleichzeitig soll vor Missbrauch bei der Zahlung von Geldleistungen (Pflegegeld) geschützt werden. Der Pflegedienst teilt der Pflegekasse schriftlich mit, ob die Pflege „sichergestellt“ ist.

Es droht Kürzung oder gar Entzug des Pflegegeldes!

Die Beratungseinsätze müssen unbedingt und fristgerecht (siehe oben) eingehalten werden! Versäumen Sie diese Termine wirde die Pflegekasse Ihnen das Pflegegeld kürzen oder ganz entziehen.

Kein Beitrag im Internet ersetzt eine fachliche Pflegeberatung!

Wenn Sie Fragen zum beschriebenen Thema haben, rufen Sie die Pflegeexperten des bundesweiten Pflegenetzwerkes an und lassen Sie sich persönlich beraten. Sie erreichen die erfahrenen Pflegeberater (w/m) unter 0800/611 611 1 (gebührenfrei) am bundesweiten