Pflegeantrag und Pflegegrad mit COPD

Die Notwendigkeit für einen Pflegeantrag und somit einen Pflegegrad ist im Zusammenhang der Krankheit COPD sehr gross. Spätestens ab einem fortgeschrittenen Stadium der COPD werden die damit einhergehenden Einschränkungen häufig so gross, dass definitionsgemäß eine Anerkennung eines Pflegegrades nach einem Pflegeantrag fast schon obligatrisch ist.

Die Diagnose COPD

Leider handelt es bei der Lungenkrankheit COPD um eine derzeit noch unheilbare Erkrankung. Nach der Diagnose COPD beginnt für die betroffenen Patienten und deren pflegenden Angehörigen eine meist intensive Zeit der Pflege. Dabei sind diese Betroffenen auf jegliche Hilfe angewiesen, die Ihnen zusteht. Gerade die Leistungen der Pflegekassen durch einen gerechtfertigten Pflegegrad (früher Pflegestufe) sind eine große Unterstützung mit den Folgen der COPD. Daher sollten Sie nach der Diagnose auch nicht zu lange mit einem Pflegeantrag bei der Pflegekasse warten.

COPD (Definition)

Das Kürzel COPD steht für den englischen Begriff „chronic obstructive pulmonary disease“, was wörtlich übersetzt chronisch-obstruktive Lungen-erkrankung bedeutet.

Die Stadien einer COPD werden nach „GOLD“ eingeteilt. Diese Bezeichnung ist der „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD)“ geschuldet.

  • GOLD 1: 80 und mehr Prozent der erwarteten Lungenfunktion
  • GOLD 2: 50 bis 79 Prozent
  • GOLD 3: 30-49 Prozent
  • GOLD 4: weniger als 30 Prozent

In einem zweiten Schritt werden die Patienten dann anhand der Anzahl von Exazerbationen und der Symptomlast in Gruppen von A (gering) bis D (hoch) eingeteilt. (Quelle: Lungeninformationsdienst)

Was ist das „Exazerbation“?

Bei einer COPD kann sich Ihre Lungenfunktion plötzlich und für kurze Zeit drastisch verschlechtern. Die Beschwerden werden dann abrupt schlimmer. Solche Krankheitsschübe nennt man in der Fachsprache „Exazerbationen“.

(Quelle: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG)

Körperliche Beeinträchtigungen mit COPD

Aufgrund der Atemnot bei geringer Belastung ist die Person, je nach Stadium und individuellem Empfinden sowie der möglichen Begleiterkrankungen, nicht mehr in der Lage, alle Verrichtungen des täglichen Lebens ohne Fremdhilfe durchzuführen.

Die häufigsten Begleiterkrankungen bei COPD:

  • Herz- Kreislauf- Erkrankungen unter Einschluss des Bluthochdrucks bei 51,4 % der Patienten
  • ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bei 14,3 % der Patienten
  • Erkrankungen der Psyche, insbesondere Angstzustände und Depressionen, bei 11,1 % der Patienten
  • eine Osteoporose (vermehrte Knochenbrüchigkeit) bei 7,0 % der COPD-Patienten.

(Quelle: Prof. Dr. Heinrich Worth, Fürth)

Wann ist es sinnvoll, bei einer COPD-Erkrankung einen Pflegeantrag zu stellen?

Wenn die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit durch die Atemnot fremde Hilfe erfordert. Dieser Hilfebedarf darf sich nicht ausschließlich auf die hauswirt-schaftliche Versorgung oder außerhäusliche Aktivitäten (Einkäufe, Arztbesuche) beschränken.
Zu berücksichtigen sind die nachfolgenden 6 Module:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung (nicht Einkaufen und Putzen)
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (ehemalig Behandlungs-pflege)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Aufgrund der Luftnot bei geringer Belastung und der möglichen Abhängigkeit einer permanenten Sauerstoffversorgung ist ein Hilfebedarf bei der Mobilität innerhalb der Wohnung, beim Treppensteigen, beim Duschen, Waschen, An- und Ausziehen zu erwarten. Zusätzlich kann durch die enorme körperliche Beeinträchtigung die Gestaltung des Alltagslebens und die Pflege der sozialen Kontakte beeinträchtigt bzw. nicht mehr möglich sein (siehe Modul 6).
Bei Ablehnung des Antrages oder aus Ihrer Sicht falschen Einstufung sollten Sie mit professioneller Hilfe Widerspruch erheben.

Erfolgreich einen Pflegeantrag stellen bei COPD

Welcher Pflegegrad mit COPD

Immer wieder stellen Menschen mit COPD sich die Frage, welcher Pflegegrad mit COPD denn wohl der richtige Pflegegrad ist, bzw. welchen Pflegegrad haben andere Menschen mit COPD.

Diese Frage kann in einem Internetbeitrag nicht seriös beantwortet werden!

Aber wir haben einmal in unserem eigenen System nachgesehen und nennen nachfolgend die Höhe der Pflegegrade unserer Klienten. Das ist selbstverständlich keine offizielle Zahl, aber es sind immerhin einige hundert COPD-Patienten, die wir beider Erreichung eines gerechfertigten Pflegegrades (bis 2016: Pflegestufe) unterstützt haben.

10 %

Pflegegrad 2

30 %

Pflegegrad 3

40 %

Pflegegrad 4

20 %

Pflegegrad 5

Unter unseren Klienten findet sich kein einziger COPD-Patient mit einem Pflegegrad 1. Das liegt allerdings nicht unbedingt daran, dass COPD-Patienten nicht in Pflegegrad 1 eingestuft werden.

Es liegt an der hervoragenden Arbeit unserer unabhängigen Pflegesachverständigen!   :-)

Pflegegrad abgelehnt bei COPD?

Unserer langjährigen Erfahrung nach wurde in den meisten Fällen aus unserer täglichen Praxis ungerechtfertigt abgelehnt, wenn Patienten nach einer COPD-Diagnose keinen Pflegegrad erhalten, nach dem sie einen Pflegeantrag gestellt hatten.

Wenn Ihnen so etwas passiert ist sollten Sie sich umgehend unabhängig und kostenlos durch unsere Experten beraten lassen. Wir stellen die richtigen Fragen, informieren Sie uns senden Ihnen unverbindlich und kostenlos notwendige Erstunterlagen. Mit einfachen Worten:

Wir nehmen Ihnen die Angst vor einem ablehnenden Bescheid!

Nachfolgend erhalten Sie weitere Informationen zur Unterstützung im Widerspruchs- oder Klageverfahren durch unabhängige Pflegesachverständige (w/m) des BWPN oder Sie können alternativ direkt eine Rückruf-Bitte hinterlassen. Wir rufen Sie dann zum gewünschten Zeitpunkt an.