{"id":2186,"date":"2018-10-15T12:46:30","date_gmt":"2018-10-15T10:46:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bwpn.de\/pflegenetzwerk\/?post_type=encyclopedia&#038;p=2186"},"modified":"2018-11-06T14:43:26","modified_gmt":"2018-11-06T12:43:26","slug":"harninkontinenz","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/www.bwpn.de\/pflegenetzwerk\/glossar\/harninkontinenz\/","title":{"rendered":"Harninkontinenz"},"content":{"rendered":"<p>Mit Harnkontinenz ist gemeint, den Harndrang zu versp&uuml;ren und so rechtzeitig zu &auml;u&szlig;ern, dass die Blasenentleerung gewollt geregelt werden kann.<\/p>\n<p>Eine Harninkontinenz (Blasenschw&auml;che) besteht bereits, wenn nur ab und zu ein paar Tropfen unkontrolliert abgehen.<\/p>\n<p>Die Harnblase ist ein sog. Hohlorgan in dem die harnpflichtigen Substanzen (Urin) &bdquo;gesammelt&ldquo; werden und im besten Fall kontrolliert entleert werden. Die Steuerung der Blasenentleerung (Miktion) wird &uuml;ber das sog. Miktionszentrum in der Wirbels&auml;ule &uuml;berwacht. Sobald die Harnblase eine bestimmte F&uuml;llmenge (Dehnung der Muskelfasern) oder eine zu hohe Konzentration im Harn erreicht, wird ein Signal &uuml;ber das Miktionszentrum an die Gro&szlig;hirnrinde gesendet. In diesem Moment versp&uuml;ren wir einen Harndrang. Wird dieser unterdr&uuml;ckt (keine Zeit &ndash; keine Toilette in der N&auml;he etc.) wird das Signal nach einer gewissen Zeit verst&auml;rkt erneut gesendet. Wird immer noch nicht reagiert, kann es je nach F&uuml;llmenge oder Konzentration des Harns in der Blase dazu kommen, dass der innere Schlie&szlig;muskel (Sphinkter) sich &ouml;ffnet und wir nur noch den &auml;u&szlig;eren Schlie&szlig;muskel zur kontrollierten Entleerung haben. Der innere Schlie&szlig;muskel besteht aus sog. glatter Muskulatur und somit haben wir keinen direkten Einfluss auf ihn. Er kann seine Anspannung fast unbegrenzt halten. Der &auml;u&szlig;ere Schlie&szlig;muskel besteht aus sog. quergestreifter Muskulatur und funktioniert so wie z. B. der Oberarmmuskel. Diese k&ouml;nnen die Anspannung (Muskelkontraktion) nicht lange halten (denken Sie an den Wettbewerb beim Ma&szlig;krug halten). Der Harndrang verst&auml;rkt sich, der &auml;u&szlig;ere Schlie&szlig;muskel kann die Anspannung nicht mehr halten und wir erreichen im schlechtesten Fall die Toilette zu sp&auml;t.<\/p>\n<p>Eine Harninkontinenz kann unterschiedlichste Ursachen haben. In der Medizin unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Harninkontinenz.<\/p>\n<p>Die <strong>Stre&szlig;inkontinenz<\/strong> (Belastungsinkontinenz),&nbsp; f&uuml;hrt durch k&ouml;rperliche Belastung (Heben schwerer Lasten oder Husten oder Lachen) zu unkontrolliertem Harnabgang. Ursache hierf&uuml;r k&ouml;nnen eine geschw&auml;chte Beckenbodenmuskulatur, eine Bindegewebsschw&auml;che in den Wechseljahren (Umstellung der Hormone bei der Frau &ndash; &Ouml;strogenmangel) sein. Diese Form der Harninkontinenz tritt am H&auml;ufigsten bei Frauen auf.<\/p>\n<p>Die <strong>Dranginkontinenz<\/strong>&nbsp;f&uuml;hrt zu einem pl&ouml;tzlichen Harnverlust durch das unwillk&uuml;rliche Zusammenziehen der Harnblase. Ursache hierf&uuml;r kann eine St&ouml;rung der Reizwahrnehmung und der Reizweiterleitung sein (Reizung der&nbsp; Blaseninnenwand&nbsp; durch einen Blasenstein oder eine Entz&uuml;ndung). Auch Verletzungen der f&uuml;r die Reizleitung (Steuerung der Blasenentleerung) verantwortlichen Stellen, wie z. B. der Gro&szlig;hirnrinde, des R&uuml;ckenmarks, des Miktionszentrums etc. k&ouml;nnen eine Dranginkontinenz ausl&ouml;sen.<\/p>\n<p>Bei der sog. <strong>&Uuml;berlaufinkontinenz<\/strong>&nbsp;entleert sich die Blase z. B. bei einer Verengung der Harnr&ouml;hre oder einer Prostatavergr&ouml;&szlig;erung nicht komplett und es bleibt eine Restharnmenge in der Harnblase. Diese Restharnmenge f&uuml;hrt dazu, dass die Person sehr h&auml;ufig zur Toilette muss, da sie immer nur kleine Mengen entleeren kann. Wenn die Toilette nicht schnell genug erreicht werden kann, kommt es zum &Uuml;berlaufen der vollen Harnblase.<\/p>\n<p>Bei der <strong>Reflexinkontinenz<\/strong>&nbsp;oder auch <strong>neurogene Blasenentleerungsst&ouml;rung<\/strong> besteht eine Unterbrechung\/St&ouml;rung der Nervenversorgung der Blasensteuerung. Z. B. kann das Signal des Miktionszentrums nicht mehr zur Gro&szlig;hirnrinde geleitet werden oder das Miktionszentrum selber ist gest&ouml;rt oder die Verbindung von der Blase zum Miktionszentrum ist gest&ouml;rt. In diesen F&auml;llen versp&uuml;rt die Person keinen Harndrang mehr. Bleibt der innere Schlie&szlig;muskel in spastischer (verkrampfter) Haltung durch diese Nervenst&ouml;rung, kann die Blase auf herk&ouml;mmliche Weise nicht mehr entleert werden. In diesem Fall ist heute ein mehrfach t&auml;gliches Katheterisieren mit besonders gleitf&auml;higen Blasenkathetern das Mittel der Wahl. Wird die Blase reflexartig, ohne Einfluss der Person entleert, muss eine Inkontinenzversorgung (Pants oder Urinalkondom) eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Harnkontinenz ist gemeint, den Harndrang zu versp\u00fcren und so rechtzeitig zu \u00e4u\u00dfern, dass die Blasenentleerung gewollt geregelt werden kann. Eine Harninkontinenz (Blasenschw\u00e4che) besteht bereits, wenn nur ab und zu ein paar Tropfen unkontrolliert abgehen. Die Harnblase ist ein sog. 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