Einleitung „Pflegegrade und die Corona-Pandemie“

Inzwischen hat die Corona-Pandemie Deutschland seit einigen Wochen „fest im Griff“ und auch im Zusammenhang mit Pflegegraden haben sich dadurch einige Änderungen ergeben. Die Begutachtungen der Gutachterdienste MDK und MEDICPROOF zur Bestimmung der jeweiligen Pflegegrade erfolgt durch telefonische Begutachtungen. Vorab erhalten Pflegebedürftige einen auszufüllenden Fragebogen.

Pflegegrade und die Corona-Pandemie Beratung

Pflegegrade-Erstantrag während der Corona-Pandemie

Auch während der derzeitigen Corona-Pandemie beantragen Sie Pflegegrade, bzw. stellen Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegeantrag), am besten ganz bequem durch einen entsprechenden Anruf bei der zuständigen Pflegekasse.

Halten Sie dazu den vollständigen Namen, das Geburstdatum und die Versichertennummer der pflegebedürftigen Person bereit. Es ist nicht notwendig im Laufe dieses Telefonats nähere Angaben zur Pflegesituation oder den Einschränkungen oder gar bestehender Diagnosen zu machen!

Nach einem solchen Telefonat erhalten Sie innerhalb weniger Tage einen entsprechenden Antrag per Post zugestellt. Bitte füllen Sie diesen Antrag ordnungsgemäß aus und senden Sie ihn unterzeichnet an die Pflegekasse. Ein solcher Pflegeantrag muss entweder durch die pflegebedürftige Person selbst oder durch eine gegenüber der Pflegekasse bevollmächtigte Person unterzeichnet werden.

Zusammenfassung – Pflegegrade-Erstantrag während der Corona-Pandemie

  • Pflegekasse anrufen und Pflegeleistungen beantragen

  • Den zugestellten Antrag der Pflegekasse ausfüllen und unterzeichnen

  • Den Pflegeantrag per Einschreiben/Einwurf an die Pflegekasse schicken

  • Nach spätestens 10 Tagen ohne Rückmeldung eine schriftliche Mitteilung zum Bearbeitungsstatus anfordern

  • Sie erhalten einen Termin zur telefonischen Begutachtung und mit diesem Schreiben einen auszufüllenden Fragebogen

  • Die Gutachterin/der Gutachter rufen Sie zum vereinbarten Termin an und führen ein strukturiertes Interview durch. Halten Sie dazu den Fragebogen bereit.

  • Innerhalb von ca. 2-4 Werktagen erhalten Sie einen Bescheid der Pflegekasse

  • Falls das Gutachten nicht zusammen mit dem Bescheid bei Ihnen eingegangen ist, fordern Sie es unbedingt an –> es steht Ihnen zu!

Unabhängige Sachverständige des BWPN bewerten das Sozialmedizinische Gutachten des MDK

Pflegegrade-Höherstufungsantrag während der Corona-Pandemie

Eine notwendige Höherstufung eines bestehenden Pflegegrades kann in der häuslichen Pflege keine Rücksicht auf eine Pandemie nehmen. Und selbst wenn die Maßnahmen zeitnah gelockert werden, so weiß noch niemand wie lange bestimmte Einschränkungen noch sinnvoll und/oder angeordnet werden.

Daher sollten Sie auch während der Corona-Pandemie unbedingt einen Antrag auf Höherstufung eines bestehenden Pflegegrades bei der Pflegekasse stellen. Auch dazu reicht ein Telefonat mit der Pflegekasse und Sie erhalten einen entsprechenden Höherstufungsantrag nach Hause geschickt.

Es ist nicht notwendig, und darüber hinaus nicht empfohlen, dass Sie während eines solchen Telefonats bereits Angaben zu den Gründen des Höherstufungsantrags machen. Die Mitarbeiter(innen) der Pflegekassen sind durchaus geschult, Ihnen entsprechende Antworten „zu entlocken“. Die Bewertung der Pflegebedürftigkeit erfolgt allerdings später durch ein entsprechendes Formulargutachten eines der Gutachterdienste!

Nach Eingang des Höherstufungsantrags bei Ihnen, füllen Sie diesen aus und senden diesen unterzeichnet an die Pflegekasse. Die Unterschrift muss entweder durch die pflegebedürftige Person selbst erfolgen oder, das empfhielt sich eher, durch eine gegenüber der Pflegekasse bevollmächtigte Person. Das könnte z. B. die Pflegeperson, also die/der pflegende Angehörige sein.

Zusammenfassung – Pflegegrade-Höherstufungsantrag während der Corona-Pandemie

  • Pflegekasse anrufen und die Höherstufung des bestehenden Pflegegrades beantragen

  • Den zugestellten Höherstufungsantrag der Pflegekasse ausfüllen und unterzeichnen

  • Den Antrag auf Höherstufung per Einschreiben/Einwurf an die Pflegekasse schicken

  • Nach spätestens 10 Tagen ohne Rückmeldung eine schriftliche Mitteilung zum Bearbeitungsstatus anfordern

  • Sie erhalten einen Termin zur telefonischen Begutachtung und mit diesem Schreiben einen auszufüllenden Fragebogen

  • Die Gutachterin/der Gutachter rufen Sie zum vereinbarten Termin an und führen ein strukturiertes Interview durch. Halten Sie dazu den Fragebogen bereit.

  • Innerhalb von ca. 2-4 Werktagen erhalten Sie einen Höherstufungsbescheid der Pflegekasse

  • Falls das Gutachten nicht zusammen mit dem Bescheid bei Ihnen eingegangen ist, fordern Sie es unbedingt an –> es steht Ihnen zu!

Pflegegrade-Widerspruch während der Corona-Pandemie

Haben Sie einen Bescheid der Pflegekasse erhalten, der nicht das erwartete Ergebnis bestätigt, müssen Sie dagegen innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Diese Frist ist auch während der Corona-Pandemkie unbedingt einzuhalten!

Eine eigene Argumentation ist nicht zu empfehlen und führt statistisch gesehen, seit Bestehen der Pflegeversicherung im Jahr 1995, auch nur in knapp 10 % aller Fälle zum gewünschten Erfolg. Machen Sie das, was in anderen Fachbereichen seit Jahrzehnten „normal“ ist und bedienen Sie sich der fachlichen Kompetenz unabhängiger Sachverständiger (w/m)!

Es ist ein Rätsel warum so viele Privatpersonen der Meinung sind, gegenüber eines fundierten Gutachten von MDK/MEDICPROOF einige überzeugende Argumente zu finden!

Oder schreiben Sie nach einem Verkehrsunfall auch selbst den Schadensbericht, das Gutachten, zum Fahrzeug und reichen diesen dann zwecks Regulierung bei der Versicherung ein?

Zusammenfassung – Pflegegrad-Widerspruch während der Corona-Pandemie

  • Evtl. das Gutachten anfordern (falls es noch nicht vorliegt)

  • Innerhalb eines Monats fristwahrend Widerspruch einlegen

  • Diesen Widerspruch unbedingt per Einschreiben zur Pflegekasse schicken

  • Während dieser Phase keine Telefonat mit der Pflegekasse zulassen –> sie müssen das nicht machen!

  • Entweder unter 0800/611 611 1 (gebührenfrei) eine unabhängige und kostenlose Beratung durchführen oder

  • einfach einen Wunschtermin für ein solches Beratungsgespräch mitteilen und einen Rückruf anfordern

Pflegegrad beantragen

Wir helfen Ihnen kostenlos beim Antrag auf einen Pflegegrad und geben Ihnen Tipps für die Begutachtung!

Pflegegrad höherstufen

Unsere Experten unterstützen Sie mit pflegefachlichem Sachverstand bei der Höherstufung des Pflegegrades!

Pflegegrad Widerspruch

Unabhängige Sachverständige erreichen mit fundierten Gegengutachten den höchst möglichen Pflegegrad im Widerspruch!

Wiederholungsbegutachtungen während der Corona-Pandemie

Es gehört mit zu den unangenehmsten Ereignissen bei bestehender Pflegebedürftigkeit, wenn sich der MDK oder MEDICPROOF zur Wiederholungsbegutachtung ankündigen. Eine solche Wiederholungsbegutachtung wird durch die zuständige Pflegekasse/Pflegeversicherung beauftragt und durch den entsprechenden Gutachterdienst (s. o.) durchgeführt.

Häufig führt eine solche Begutachtung zu einem vollständigen Entzug der Pflegeleistungen oder zu einer Reduzierung eines bestehenden Pflegegrades. In beiden Fällen empfehlen unsere Experten, mit fachlicher Unterstützung, Widerspruch einzulegen. Eine Anfrage-Widerspruch ist unverbindlich und kostenlos!

Keine Wiederholungsbegutachtungen bis zum 30. September 2020!

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie sind solche Wiederholungsbegutachtungen allerdings (zunächst) bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Bis zum genannten Datum werden sowohl bei gesetzlich, als auch bei privat Versicherten (w/m), keine Wiederholungsbegutachtungen durchgeführt.

Beratungseinsätze bei Bezug von Pflegegeld während der Corona-Pandemie

Auch die Beratungseinsätze bei Bezug von Pflegegeld gehöhren bei der Pflege im häuslichen Umfeld häufig zu den unangenehmeren Notwendigkeiten. Grundsätzlich muss das gar nicht so sein! Denn pflegende Angehörige, und selbstverständlich auch die pflegebedürftigen Personen selbst, können und sollten diese Beratungseinsätze durchaus nutzen, um ggf. auch mal Fragen aus der täglichen Pflege an eine professionelle Pflegekraft loszuwerden.

Solche Beratungseinsätze sollen die Pflege im häuslichen Umfeld sicherstellen. Aus diesem Grund sind solche Beratungseinsätze auch nur verpflichtend, sofern ausschließlich Pflegegeld beim Pflegeantrag als Leistungsart gewählt wurde. In beiden anderen Fällen, Sachleistungen und Kombinationsleistungen, findet diese indirekte „Sicherstellung der häuslichen Pflege“ durch die regelmäßigen Besuche eines beauftragten Pflegedienstes quasi laufend statt.

Keine Beratungseinsätze gemäß § 37 SGB X bis zum 30. September 2020!

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie sind solche Beratungseinsätze allerdings (zunächst) bis zum 30.09.2020 ausgesetzt. Bis zum genannten Datum werden sowohl bei gesetzlich, als auch bei privat Versicherten (w/m), keine Beratungseinsätze durchgeführt. In dieser Zeit wird das Pflegegeld in voller Höhe weitergezahlt, auch wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Beratungseinsätze nicht stattfinden – nicht stattfinden können.

Weiterführende Informationen zur Corona-Pandemie

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